| Kundenreview*: Botschaften im Nebel |
Eigentlich hatte ich mir von der Stephen-King-Verfilmung nicht allzu viel versprochen, aber die Kritiken der Fernsehzeitschrift waren gut, also gab ich ihm eine Chance. Und wurde auf keinen Fall enttäuscht. Ich bin froh, dass ich ihn in der Aufzeichnung sah, sonst hätte ich eine schlaflose Nacht verbracht. Der Film beschäftigt mich immer noch.
Über den Inhalt ist genug gesagt worden. Ich möchte hier die Botschaften herausstellen.
Ganz klar in typischer King-Manier bricht das Unglück ganz unerwartet über eine Kleinstadt an der Küste herein; dementsprechend bunt ist das Sammelsurium an Menschen, die sich ihm zu stellen haben. Die ganze Bandbreite ist vertreten, vom hilflosen Kind bis zur energischen Oma, vom Dummbattel bis zum arroganten New Yorker Rechtsanwalt, die dementsprechend auch die ganze Bandbreite menschlicher Charaktere widerspiegeln. Selbstlosigkeit, Feigheit, Ignoranz, Mut, Fanatismus.
Im Familienvater David finden wir den Helden, der über sich hinauswächst und - wenn es ganz normal ablaufen würde - am Ende entweder den Heldentod sterben würde oder die Verdienstmedaille in Gold bekäme. Zunächst aber ist er der ungehörte Rufer in der Wüste, bis sich einige Leute mit funktionierenden Gehirnhälften auf seine Seite schlagen. Ihr unmittelbarer Gegenspieler wird einerseits mit den Monstern verkörpert, andererseits in der religiösen Fanatikerin Mrs. Carmody, die sich selbst mehr und mehr in ihren Größenwahn, Gottes Prophetin und Sprachrohr zu sein, hineinsteigert und die Leute im Supermarkt verrückt macht.
Botschaft Nummer 1: Wehret den Anfängen! Persönlich finde ich es stets amüsant, dass der Mensch stets einen Lautsprecher braucht, dem er folgen kann wie ein Schaf zur Opferbank. Leider war das hier nicht nur amüsant sondern entwickelte sich im Laufe der Handlung auf ein Drama auf Leben und Tod. Ich fand das ziemlich realistisch dargestellt.
Botschaft Nummer 2: Hochmut kommt vor dem Fall. Die Nichtachtung der (aus den Fugen geratenen) Natur kann tödlich sein. Hier wie dort gilt es den gesunden Menschenverstand zu bewahren und nicht in das eine noch das andere Extrem zu verfallen.
Menschen in Extremsituationen zu beobachten ist Hollywoods beliebtestes Sujet und was bietet sich da besseres an als eine Horde tierischer Mutanten, die wahrscheinlich in einem nahegelegenen Militärlabor "gezüchtet" wurden (oder durch einen Riss im Zeitkontinuum von einer außerirdischen Welt in diese geschleudert wurden, das ist ja im Endeffekt auch egal). Die kleinen Scheißer waren ziemlich fies und die großen einfach nur scheußlich.
Botschaft Nummer 3: Es ist besser, kämpfend unterzugehen als brav auf den Tod zu warten. Das ist wie mit dem Gleichnis vom Frosch im Sahnefass: Zwei Frösche fielen in ein Fass mit Sahne. Der eine gab schnell auf, sank und starb. Der andere gab nicht auf und strampelte was das Zeug hielt. Am nächsten Morgen saß er auf einem Klumpen Butter.
Ich habe gelesen, dass die Originalstory Stephen Kings ein anderes Ende hatte und dass er betrübt war, dass ihm das Filmende nicht selbst einfiel. Da stimme ich ihm zu. Niemals hätte ich das erwartet. Die Musik war phänomenal, die Endzeitstimmung glaubwürdig, die totale Verzweiflung spürbar. Ich brauchte eine ganze Weile um das zu verarbeiten.
Die wichtigste Botschaft am Ende ist laut und klar: Gib dich niemals auf, egal, wie ausweglos die Situation ist. Vielleicht geschieht ein "Wunder".
Kundenreview vom 02.08.2010
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