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Babylon 5 ist wahrscheinlich eine der meist unterschätzten SF-Serien des letzten Jahrhunderts. Viele Fans halten die Staffeln zwei, drei und vier für die beste TV-Sciencefiction seit Star Trek: The Next Generation. Babylon 5 steht dabei sowohl für Einzelepisoden als auch für eine übergreifende Geschichte, die im Laufe von 5 Jahren erzählt wird. Inhaltlich ist die Serie dabei klar umrissen. Von der Erde im neutralen Raum erbaut, stellt die Raumstation Babylon 5 das galaktische Pendant zum irdischen Konzept der Vereinten Nationen dar. Hier sollen die Vertreter der größten Reiche und Allianzen an einem zentralen Ort zusammengeführt werden, um so die Chance auf einen dauerhaften Frieden zu wahren. Der Kommandant - zuerst Jeff Sinclair, ab dem 2. Jahr John Sheridan - muss ich nicht nur mit Schmugglern, Geschäftsleuten und anderen Reisenden aus den verschiedensten Welten beschäftigen, sondern vor allem mit den Abgesandten der Minbari, Centauri, Vorlonen und vieler anderen Rassen auseinandersetzen Die jährlich wechselnden Vorspanne der Serie standen für die Kulminierung der Ereignisse. Sie erzählten von Hoffnungen, die zerbrachen und von bevorstehenden Kriegen, in der Babylon 5 die letzte große Hoffnung auf den Sieg werden sollte. Die Folgen, die die Fäden zusammenführten und die Geschichte weitererzählten, waren denn auch das Salz in der Seriensuppe und erreichten enorme Qualität und Spannung. Leider war das Mainstream-Publikum nur bedingt dieser Meinung: Die Quoten der Serie sanken. Noch zum Ende der Dreharbeiten der vierten Staffel war Serienerfinder Joe Michael Straczynski davon überzeugt, das Ende der Geschichte erreicht zu haben. Sie lösten viele lang aufgebaute Storylines auf, drehten gar die letzte Episode der Serie (die als solche am Ende der 5. Staffel auch wirklich ausgestrahlt wurde) und bereiteten sich auf die Absetzung vor. Die kam jedoch nicht. Der Sender TNT gab JMS das von ihm und seinen Fans so laut geforderte fünfte Jahr. Von Anfang 1994 bis Ende 1998 lief Babylon 5 im amerikanischen TV. Aber auch wenn das fünfte Jahr ein eher undankbarer Abschied war, war die Serie tatsächlich ein enormer Gewinn für die Sciencefiction-Landschaft. Einige Episoden sind atemberaubend, viele Charaktere äußerst gut gezeichnet und so mancher Schauspieler spielt in dieser Serie die Rolle seines Lebens. Die anschließenden TV-Filme erreichen - bis auf Waffenbrüder - nicht ganz die Qualität der Serie, während der Pilotfilm zur nie realisierten Serie "Legend of the Rangers" aufgrund der schwachen Quoten die Sender-Oberen nicht überzeugen mochte. Insgesamt aber ist das Babylon 5-Universum ein unverzichtbarer Meilenstein für jeden SF-Fan, das manchen Schatten, aber vor allem viel Licht bietet. -- Mike Hillenbrand |