Spider-Man Fans von Marvel Comics warten schon seit dem Comic-Heft-Debüt von Spider-Man im Jahre 1962 auf diesen Kinofilm mit ihrem Helden. Das hat diesem Film geradezu unerfüllbare Erwartungen aufgebürdet, der als voller Erfolg gilt, obwohl er nicht so konsequent aus der Spandex-Ecke ausgebrochen ist wie Batmans Rückkehr oder X-Men. Tobey Maguire ist die ideale Besetzung für den bebrillten Peter Parker, einen Highschool-Streber mit persönlichen Problemen. Der Spandex-Anzug und die besonderen Fähigkeiten treten in Erscheinung nachdem er von einer genmanipulierten Spinne (in den Originalheften war sie noch radioaktiv verseucht) gebissen wird und sich in einen netzschwingenden Superhelden verwandelt. Er kommt jedoch zu der Erkenntnis, dass ihm diese Superkräfte auch nicht weiter helfen, wenn es darum geht, das hübsche Mädchen von nebenan (Kirsten Dunst) näher kennen zu lernen oder seinen Vormund (Cliff Robertson) vor der Gewalt auf der Straße zu schützen. Der Bösewicht der Geschichte ist der Vater seines besten Freundes (Willem Dafoe), ein Industrieller, der sich eine Dosis eines Experimentierserums verpasst, das ihn ganz Jekyll-und-Hyde-mäßig in den lachenden Green Goblin verwandelt, der bald einen Groll gegen Spiderm-Man hegt. Sam Raimi verleiht dem Ganzen ein strahlendes, luftiges, kinetisches Gefühl, mit herrlichen Luftaufnahmen von Spider-Man, wie er sich von Wolkenkratzer zu Wolkenkratzer schwingt. Die Überarbeitung der Originalgeschichte von Stan Lee und Steve Ditko ist gelungen durch eine clevere Mischung aus Originaltreue (J.K. Simmons als der derbe Herausgeber J.J. Jameson ist das Ebenbild der Comic-Figur) und Verulkung (nach einer ausgedehnten Einleitung erscheint Spider-Man endlich beim untauglichen ersten Versuch mit einem Spinnenkostüm). Maguire und die unglaublich süße Dunst bringen eine gelungene zögerliche Teenie-Romanze zu Stande. Die zweite Hälfte jedoch, in der der Bösewicht in Erscheinung tritt, um dem Helden eine Aufgabe zu geben, ist nur aufregend, wenn sie auch gleichzeitig rührend ist. --Kim Newman Men in Black II Men in Black II, mehr Remake als Fortsetzung, zieht es vor auf Nummer sicher zu gehen, indem er all das wiederholt, was Men in Black zum Blockbuster-Hit des Jahres 1997 werden ließ. Das geht in Ordnung, wenn Sie auf den frechen Humor, die ausgeflippten Aliens und die verrückte Genialität des Originals standen. Aber wie es Fortsetzungen eben häufig so an sich haben -- es ist das reinste Dj-vu-Erlebnis. Maskenbildnerzauberer Rick Baker ist der einzige MIB-Absolvent, der Neues erprobt hat, Regisseur Barry Sonnenfeld und Hauptdarsteller Will Smith und Tommy Lee Jones (als Alien-Jäger Jay respektive Kay) folgen hingegen nur noch automatisch dem farblosen Skript. Die Suche des vielarmigen Aliens (in seiner irdischen Gestalt von Lara Flynn Boyle verkörpert) nach dem Licht von Zartha, macht es erforderlich, dass Kay von Jay deneuralisiert wird, dessen wieder hergestelltes Gedächtnis den Schlüssel zur Rettung des Planeten enthält. Diese hauchdünne Vorlage erlaubt eine Vielzahl von Spezialeffekten -- altvertraute größtenteils, angereichert mit einigen skurril-vergnüglichen Neuschöpfungen. Zur Zerstreuung und ausgestattet mit einem Eimer Popcorn ist Men in Black II ohne Frage unterhaltsam, der MIB-Zauber aber hat schon ein wenig nachgelassen. --Jeff Shannon |