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In einer ganz normalen Nacht auf St. Pauli treffen sich die Wege der verschiedensten Charaktere. Manni (Armin Rohde) ertränkt seinen Liebeskummer im Suff und endet splitternackt und wild um sich ballernd auf der Reeperbahn. Kleinganove Johnny (Benno Fürmann) befindet sich zur falschen Zeit am falschen Ort während Peter (Axel Milberg) und Ulrike (Maruschka Detmers) ihren Ehefrust ausleben. In St. Pauli Nacht bringt Regisseur Sönke Wortmann ( Kleine Haie) in nur 90 Minuten knapp zwölf unterschiedliche Einzelschicksale unter. Folglich bedeutet dies für die jeweiligen Charaktere ein Leinwandeinsatz von nur wenigen Minuten, wodurch zeitbedingt vieles nur angedeutet und angerissen werden kann und somit an der Oberfläche bleibt. Das hat natürlich den Nachteil, dass man als Zuschauer trotz der dramatischen Ereignisse eigentlich stets außen vor bleibt. So gerät St. Pauli Nacht lediglich zu einer Ansammlung von skurrilen Kiez-Anekdoten, die zwar unbestreitbar großen Unterhaltungswert haben, aber nicht wirklich berühren. Wie es besser geht zeigen Altmeister Robert Altman in Short Cuts und Hollywood-Wunderkind Paul Thomas Anderson in Magnolia. Zumindest lässt der Film schauspielerisch keine Wünsche offen, die Besetzung liest sich wie ein Who's who der deutschen Film-und Fernsehlandschaft. Neben Benno Fürmann agieren Valerie Niehaus, Armin Rohde, Florian Lukas und der unvermeidliche Heiner Lauterbach in einer feinen Gastrolle als prolliger Fahrgast. --Marc Osmers |