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Aus der Amazon.de-Redaktion: In den USA nannten Kritiker den Film "Johnny Moronic", was wenig schmeichelhaft ist. Moronic heißt nämlich nichts anderes als "geisteschwach". Traurig wird die Angelegenheit, wenn man bedenkt, dass Cyberpunk-Guru William Gibson für diese Geschichte auch noch selbst das Drehbuch verfasst hat. Zuerst fragt man sich, warum absolut geheime Elektronikgeheimnisse ausgerechnet in dem Pflaumenhirn eines menschlichen Kuriers (Keanu Reeves) versteckt werden, der diese Infos über den Landweg von China nach New Jersey transportiert. Hätte es keine originelleren, weniger anfälligen Wege gegeben? Sicher, aber Vernetzt - Johnny Mnemonic ist im Endeffekt nur ein ganz normaler Thriller in einem futuristischen Design und mit einigen schicken Spezialeffekten. Alles in allem aber geht es Gibson und Regisseur Robert Longo nur um oberflächlichen Glanz und eine Cyberpunk-Atmopshäre. Und bei allen Schmährufen, die der Film über sich ergehen lassen musste: Auf diesem Sektor funktioniert er. Auch gibt der japanische Filmstar Takeshi Kitano (auch als Beat Takeshi bekannt, Hana-Bi) einen guten Bösewicht ab, wie die Besetzung überhaupt ungewöhnlich ist: Rapper Ice-T spielt einen Widerstandskämpfer, Dolph Lundgren einen durchgedrehten religösen Fanatiker, und auch Udo Kier ist in einer seiner üblichen Schurkenrollen zu sehen. Sie können den Film zwar auch nicht vor dem Absturz bewahren, die Fans der Gibson-Bücher aber werden sich zumindest an der Atmosphäre erfreuen. --Jeff Shannon |